Warum werden aktuell weniger Immobilien verkauft?


Der Rückgang der Transaktionen hat mehrere Ursachen – wirtschaftlich, psychologisch und strukturell.

1️⃣ Höhere Finanzierungskosten (Zinsanstieg)


Zwischen 2022 und 2024 sind die Bauzinsen stark gestiegen.
Auch wenn sie sich 2025/2026 stabilisiert haben, liegen sie deutlich höher als im Niedrigzinsumfeld zuvor.


Folge:

  • Monatliche Kreditraten sind deutlich höher
  • Viele Käufer können sich weniger leisten
  • Kaufentscheidungen werden verschoben


👉 Beispiel:
Bei 400.000 € Finanzierung bedeutet 1 % Zinsunterschied schnell mehrere hundert Euro monatlich.

2️⃣ Unsicherheit bei Käufern


Viele Käufer warten ab wegen:


  • wirtschaftlicher Unsicherheit
  • Inflationssorgen
  • Arbeitsplatzunsicherheit
  • politischen Diskussionen rund um Heizung & Sanierung


Wenn Unsicherheit steigt, sinkt die Kaufbereitschaft.

3️⃣ Preisvorstellungen passen nicht zusammen


Viele Verkäufer orientieren sich noch an:

  • Höchstpreisen aus 2020–2022


Käufer hingegen kalkulieren:

  • mit höheren Zinsen
  • mit Sanierungskosten
  • mit strengeren Energieanforderungen


➡️ Ergebnis:
Verhandlungen ziehen sich oder scheitern.

4️⃣ Energetischer Zustand beeinflusst Verkaufschancen


Immobilien mit schlechter Energieklasse (F, G, H):



  • verkaufen sich deutlich langsamer
  • benötigen Preisabschläge
  • schrecken Käufer wegen möglicher Sanierungspflichten ab


Energetisch gute Immobilien hingegen verkaufen sich weiterhin solide.

5️⃣ „Lock-in-Effekt“ bei Eigentümern


Viele Eigentümer haben:

  • alte Darlehen mit 1–1,5 % Zins


Ein Verkauf würde bedeuten:

  • neue Finanzierung zu 3,5–4 %
  • höhere monatliche Belastung



➡️ Deshalb wird weniger verkauft – viele bleiben lieber im Bestand.

6️⃣ Rückgang der Neubautätigkeit


Hohe Baukosten und Finanzierungskosten führten zu:



  • weniger Neubauprojekten
  • verschobenen Bauvorhaben


Das reduziert zwar Angebot – führt aber gleichzeitig zu weniger Gesamttransaktionen.

📊 Zusammenfassung: Die 5 Hauptgründe


  1. Höhere Zinsen
  2. Wirtschaftliche Unsicherheit
  3. Preis-Schere zwischen Käufer & Verkäufer
  4. Energetische Anforderungen
  5. Eigentümer verkaufen seltener (Lock-in-Effekt)

📈 Bedeutet das einen Immobiliencrash?


Aktuell nicht.


Der Markt ist:

  • ruhiger
  • selektiver
  • differenzierter


Gefragt sind vor allem:

✔ gute Lagen
✔ energetisch gute Immobilien
✔ realistisch bepreiste Objekte

🧠 Fazit


Es werden nicht weniger Immobilien verkauft, weil „niemand kaufen will“,

sondern weil:


👉 Finanzierung teurer ist
👉 Käufer genauer prüfen
👉 Verkäufer noch an alten Preisen hängen



Der Markt ist anspruchsvoller – nicht tot.